Nacht der Kirchen in Děčín: Musik, Geschichte und gelebte Partnerschaft
13. Mai 2026
Im Rahmen der diesjährigen „Nacht der Kirchen“ lädt die evangelische Gemeinde in Děčín am Freitag, 29. Mai von 17 bis 22 Uhr zu einem vielfältigen Programm in ihre Kirche ein. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreicher Abend aus Musik, Führungen und Begegnung – eingebettet in eine lebendige deutsch-tschechische Partnerschaft.
Programm:
- 17-22 Uhr
Offene Kirche – individuelle Besichtigungen jederzeit möglich - 17-18 Uhr
Konzert „Augenblick“
Lieder auf Hebräisch, basierend auf biblischen Texten - 19-20 Uhr
Orgelkonzert „Frühlingsklänge“
mit Jonathan Auerbach (Orgel) und Clara Först (Sopran) - 20- 22 Uhr
Kommentierte Führungen
mit Mgr. Alena Sellnerová (Nationales Denkmalamt)
Die „Nacht der Kirchen“ in Děčín ist offen für alle Interessierten – unabhängig von Herkunft oder Konfession – und lädt dazu ein, Kirche als Ort der Kultur, Geschichte und Begegnung neu zu entdecken.
Neben dem kulturellen Programm steht in diesem Jahr besonders die gewachsene Partnerschaft zwischen dem Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirk Dresden Mitte und der Evangelischen Kirchgemeinde in Děčín im Fokus. Seit rund 20 Jahren besuchen regelmäßig Kinder- und Jugendgruppen sowie Familien aus Dresden die nordböhmische Stadt und ihre Umgebung. Die Begegnungen fördern den interkulturellen Austausch und stärken das gemeinsame kirchliche Leben über Ländergrenzen hinweg.
Historische Verbindungen zwischen Děčín und Sachsen
Die Wurzeln dieser Verbindung reichen weit zurück: Die ursprünglich deutschsprachige evangelische Gemeinde in Tetschen-Bodenbach wurde maßgeblich von sächsischen Eisenbahn- und Zollbeamten geprägt. Auch Mitarbeitende der Bodenbacher Zweigstelle der Dresdner Schokoladenfabrik Jordan & Timäus – k.u.k.- sowie königlich-sächsischer Hoflieferant – gehörten zur Gemeinde.
In den Jahren 1883/84 ließ die Gemeinde eine Kirche im neugotischen Stil errichten, die 1884 als Christuskirche geweiht wurde. Der Architekt Gotthilf Ludwig Möckel entwarf auch die Briesnitzer Kirche in Dresden – die architektonische Verwandtschaft beider Gotteshäuser ist bis heute deutlich erkennbar.
Weitere internationale Partnerschaften
Über die Verbindung nach Děčín hinaus engagieren sich die Dresdner Kirchenbezirke in weiteren internationalen Partnerschaften: Der Kirchenbezirk Dresden Mitte pflegt seit über zehn Jahren Kontakte zur Propstei Moskau der Evangelisch-Lutherischen Kirche im europäischen Russland (ELKER). Der Kirchenbezirk Dresden Nord unterhält bereits seit den 1980er Jahren eine Partnerschaft zur Diözese Stockholm. Allen Partnerschaften gemeinsam ist das Ziel, sich über aktuelle Herausforderungen auszutauschen und voneinander zu lernen.