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26. Nachtcafésaison am 31. März 2022 zu Ende gegangen – „Praktische Nächstenliebe stößt auf Resonanz“


31. März 2022

Am 31. März 2022 endete die 26. Ökumenische Nachtcafé-Saison der Dresdner Kirchgemeinden. Sie war zugleich die zweite Saison unter Corona-Bedingungen. Die Organisatorinnen und Organisatoren zeigten sich dankbar: „Wir konnten seit 1. November jeden Abend öffnen“, so Gerd Grabowski, Sprecher des Nachtcafé-Koordinierungskreises. „Wenn kurzfristig Helfer beispielsweise wegen eines positiven Corona-Schnelltests ausfielen, fand sich in der Regel binnen Kurzem Ersatz.“ Das ehrenamtliche Engagement sei ungebrochen und finde viele Unterstützerinnen und Unterstützer über Kirchgemeindegrenzen hinaus. „Hier lebt Kirche Nächstenliebe ganz praktisch und das stößt auf Resonanz“, so Grabowski.

Jeden Abend wurden die Gäste am Eingang getestet. Viele empfanden das in der Pandemie als hilfreiches Instrument. Einige Nachtcafés sowie sowie die Diakonie Dresden boten Dank Unterstützung von Ärztinnen und Ärzten auch Impfungen an, um die Wohnungslosen besser zu schützen. Für die Helferinnen und Helfer galt ebenso die 3G-Regel, wobei die meisten von ihnen geimpft waren.

Die Zahl der Übernachtungen lag im Mittel bei etwa 15 Gästen pro Nacht. Einige von ihnen kamen regelmäßig.

Die Organisatorinnen und Organisatoren gehen davon aus, auch im kommenden Herbst wohnungslosen Menschen ein Ruhe-Angebot für die Nacht unterbreiten zu können. Am 1. November wird die 27. Nachtcafé-Saison starten.

Hintergrund:

Der Gedanke eines „Nachtcafés“ entstand vor fast 30 Jahren in einer Gruppe von Studierenden der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden. Die Studierenden beschäftigten sich mit Wohnungslosigkeit und wollten ein niedrigschwelliges Angebot für Wohnungslose als Schutz vor Kälte und Erfrierung in Dresden schaffen. Am 6. November 1995 öffnete das erste Nachtcafé in der Dreikönigskirche Dresden. Im Jahr darauf beteiligten sich bereits drei weitere Kirchgemeinden. In dieser Kontinuität ist das Anegbot bundesweit einmalig und wurde u. a. mit dem Ökumenepreis des Katholikentags geehrt.

Ruheplätze im Laubegaster Nachtcafé (Bild: Mira Körlin)