Jubiläum: Heinrich Schütz (*18. 10. 1585 † 6. 11. 1672)

Festjahr vom Herbst 2021 bis Herbst 2022

Heinrich Schütz revolutionierte gut fünfzig Jahre nach dem Tod Martin Luthers die protestantische Musik. Ein Festjahr aus Anlass seines 350. Todestages – mit Auftakt im Herbst 2021 – wird Gelegenheiten bieten, seine Kompositionen wieder neu zu entdecken. Die Hochschule für Kirchenmusik Dresden wie auch die hiesigen Kirchgemeinden präsentieren hier ihre Angebote:

Schütz – unterwegs in verschiedenen Konfessionen

Heinrich Schütz war zu Lebzeiten ein Komponist europäischen Ranges und gilt bis heute vielen als Inbegriff lutherischer Kirchenmusik der Zeit vor Johann Sebastian Bach. Eigentlich Organist – komponierte Schütz Vokalmusik zu deutschen Texten. Damit nahm er Luthers Idee auf, in volkstümlicher Sprache Glaubensfragen Ausdruck zu verleihen.

Heinrich Schütz war zugleich konfessioneller Kosmopolit. Als Kapellknabe in Kassel lernte er calvinistische Musikkultur kennen; in Venedig wünschte sich der Katholik Gabrieli Schütz als seinen Nachfolger als Organist an San Marco. Der lutherische Kurfürst in Sachsen riskierte eine diplomatische Krise, als er Schütz aus Kassel nach Dresden abwarb. Dort vertonte Schütz dann in den Cantiones sacrae auch genau die Texte, die im Andachtsbuch des katholischen Kaisers standen. Um 1650 war die wichtigste italienische Kontaktperson dieser lutherischen Identifikationsfigur der katholische Hofkapellmeister in Warschau.

Schütz war Zeuge des Dreißigjährigen Krieges und auch der Pest. Als Sachsen in den Kriegsstrudel geriet, übernahm er als Oberkapellmeister Dienste am evangelisch geprägten Königshof in Kopenhagen.

Den Lebensabend verbrachte Schütz überwiegend in seinem Haus in Weißenfels, dem Ort seiner Kindheit. Im Alter von 87 Jahren verstarb der Komponist in Dresden und wurde in der alten Frauenkirche beigesetzt.

#sonntagsSchütz – Heinrich Schütz im Gottesdienst

Mit der Reihe #sonntagsSchütz – Heinrich Schütz im Gottesdienst haben die Dresdner Kirchenbezirke zum 350. Todestag des Komponisten ein musikalisches Projekt initiiert: Es startet am Sonntag 7. 11. 2021 um 10 Uhr in der Annenkirche Dresden und endet am 6. 11. 2022 mit einem Kantoreitreffen in der Kreuzkirche Dresden. In diesem Zeitraum wird es an jedem Sonntag eine Kirche geben, in deren Gottesdienst ein Werk von Schütz vorgestellt, aufgeführt und/oder mit der Gemeinde gesungen wird.

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